Die Lebensenergie Qi steht im Mittelpunkt der chinesischen Medizin. Wenn man sich fit und ausgeglichen fühlt, ist die Energie im Gleichgewicht und im Fluss. Das Qi bewegt Muskeln, verteilt Flüssigkeiten und Wärme im Körper und wehrt Krankheitserreger ab. 

In der westlichen Ernährung stehen die Nährstoffe und naturwissenschaftlich messbare Aspekte im Vordergrund. In der chinesischen Ernährunglehre ist neben den Stoffen die Energie zentral, die wir mit dem täglichen Essen aufnehmen. Das Ziel ist, möglichst wenig der vorgeburtlichen Energie aufzubrauchen, die einer Batterie gleich in den Nieren gespeichert ist. Mit der Nahrung und der Atmung nehmen wir Energie auf. Viel Energie wird verbraucht durch schwere Krankheiten, exzessiven Sport oder Überanstrengung.

Wieviel Energie wir aus der Nahrung aufnehmen können, hängt einerseits von der Qualität und Art der Nahrung selber ab. Eine gekochte Gemüse-Getreide-Suppe liefert mehr Energie als ein kalter Gemüsesalat. Andererseits auch von der Fähigkeit der Verdauung, das Qi und die Stoffe aus der Nahrung zu extrahieren. Dieses Verdauungsfeuer wiederum kann mit gekochten und thermisch warm wirkenden Speisen gestärkt werden. Kraftsuppen sind ein speziell Qi-stärkendes Gericht.

Frische, saisonale und natürliche Lebensmittel enthalten mehr Qi als konservierte Lebensmittel, Lebensmittel aus ökologischem Anbau enthalten mehr Qi als konventionell erzeugte und wenig verarbeitete (z.b. Tofu) enthalten mehr Qi als stark und industriell verarbeitete (z.B. Quorn).

In der chinesischen Ernährungslehre werden die Wirkungen von Lebensmitteln auf Körperfunktionen beschrieben. So stärken zum Beispiel die folgenden Lebensmittel das Qi und vermehren es: alle Getreidesorten, Kartoffeln, Rindfleisch, Linsen, Kichererbsen, Adzukibohnen, Ei, Kürbis und Karotten.

Bei einem Qi-Mangel, etwa bei Muskelschwäche, Müdigkeit, Verdauungsschwäche oder Abwehrschwäche können nun Lebensmittel und Zubereitungssarten bevorzugt werden, die das Qi entsprechend stärken.

Karin Nowack
Dipl. Natw. ETH Umweltnaturwissenschafterin
Zert. Ernährungsberaterin

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