In der Schweiz werden rund 33 Prozent der Umweltbelastung durch den Konsumbereich Ernährung verursacht. Die Ernährung ist also ein Bereich, in dem es sich lohnt, den Hebel in Richtung Nachhaltigkeit anzusetzen. Bei der nachhaltigen und gesunden Ernährung geht es darum, die Lebensmittelproduktion und den Konsum ökologisch, sozial, wirtschaftlich und gleichzeitig gesundheitlich nachhaltig zu gestalten.

 

Einige wichtige Grundsätze für eine nachhaltige und gesunde Ernährung:

  • Achtsamkeit und Respekt gegenüber der Natur, den Lebensmitteln, den Menschen und Tieren.
  • Umweltbelastung der Lebensmittel vom Feld bis zum Teller beachten und minimieren
  • Lebensmittel wählen, die hohe Nährstoffdichte und gleichzeitig geringe Umweltbelastung aufweisen
  • Agrikultur - Kochkultur - Esskultur pflegen
  • und dabei die Grundsätze einer ausgewogenen Ernährung beachten

Sie können es täglich umsetzen, privat und im Unternehmen!

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Die Praxis der nachhaltigen und gesunden Ernährung (Seite Konsum):

  • Pflanzliche Lebensmittel gegenüber tierischen bevorzugen (z.B. Bohnen, Erbsen, Tofu, möglichst bio und regional)
  • Lebensmittel mit geringeren Umweltbelastungen und gleichen Nährwerten bevorzugen (Beispiele siehe Pilotstudie für BAFU zur umweltfreundlichen Eiweissversorgung).
  • Saisonal und regional einkaufen - insbesondere Flugtransporte vermeiden (siehe z.B. Saisonkalender Biogemüse)
  • Verwendung von Lebensmitteln aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung. (siehe z.B. www.labelinfo.ch)
  • Freilandprodukte vorziehen - insbesondere beheizte Gewächshäuser vermeiden.
  • Frische und wenig verarbeitete oder unverarbeitete Produkte einkaufen. Jeder Verarbeitungs- und Konservierungsschritt benötigt Energie und schwächt die Vitalität des Lebensmittels
  • Faire Preise bezahlen, Fair Trade-Produkte wählen.
  • Direkteinkauf beim Landwirt oder der Bäuerin (Markt, Hof). (www.knospe-hof.ch)
  • Möglichst lokal und zu Fuss/mit dem Fahrrad einkaufen.
  • Im Alltag einfache Speisen geniessen, verfeinert mit Gewürzen und Kräutern.
  • Ernährungspyramide und individuellen Nährstoffbedarf beachten (http://www.sge-ssn.ch/ich-und-du/essen-und-trinken/ausgewogen/foodprints/)
  • Leitungswasser und Tee trinken.
  • Nur so viel wie nötig einkaufen und essen. Reste verwerten. Lebensmittelabfälle vermeiden.
  • Verpackungen vermeiden: im Bioladen, Unverpackt-Laden, Hofladen, auf dem Markt einkaufen und Behälter/Säcke immer wieder benutzen
  • In Ruhe, mit Freude und Genuss essen.

Meine integrativen Empfehlungen für nachhaltige und gesunde Ernährung : Kombination der offiziellen Empfehlungen der SGE mit Nachhaltigkeitsüberlegungen und 5-Elemente-Küche

 

Die Praxis der nachhaltigen Lebensmittelproduktion (Seite landwirtschaftliche Produktion und Lebensmittelverarbeitung)

Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion heisst: Es werden nur so viele Ressourcen gebraucht, wie wieder nachwachsen.

 Hilfsstoffe (Dünger, Pflanzenbehandlungsmittel) stammen aus der Natur, sind biologisch abbaubar und gefährden die Gesundheit von Boden, Tieren und Mensch nicht.

Der Boden wird so genutzt, dass der Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit erhalten wird.

Keine Rodung oder Zerstörung wertvoller natürlicher Ökosysteme.

Wasser wird nicht verschmutzt oder nur in einem Masse, wie es sich biologisch wieder regenerieren kann. Wasserverbrauch nur in einer Menge, wie sich im Gebiet regenerieren kann.

Förderung der natürlichen Lebensvielfalt, soweit mit der Produktion von Lebensmittel vereinbar.

Artgerechte Tierhaltung, keine zootechnischen Massnahmen, ausser sie sind für die Gesundheit des Tieres notwendig.

Züchtung folgt artgemässen, ökologischen und menschengemässen Zielen.

Die ganze Lebensmittelproduktion und der Handel ist so regional wie möglich.

In der ganzen Kette der Lebensmittelproduktion vom Bauern über Handel und Verarbeitung werden faire existenzsichernde Preise bezahlt und es bestehen faire Handelsbeziehungen.

Die Arbeitsbedingungen sind für alle in der Kette gut, so dass die Menschen gesund und zufrieden bleiben.

Die Ressourcen und die Nahrung werden gerecht verteilt, es gibt keinen Hunger.

Die Verarbeitung erfolgt so schonend wie möglich. Energie- und Ressourcenverbrauch werden auch in der Verarbeitung minimiert.

 

Angebot

Artikel, Blog- und Newsletterbeiträge, Beratung (Beantwortung von Fragen, keine individuelle Ernährungsberatung), konkrete Umsetzung der nachhaltigen und gesunden Ernährung, Anpassung von Rezepten, Faktenblätter

 

Referenzen (Auswahl von Veröffentlichungen und Vorträgen)

Jeden Monat Seite "Konsumentenfragen" in der Zeitschrift Oliv (ab 2016)

Nowack, K. (2017): Vortrag zu veganem Biolandbau am Seminar Vegane Lebensmittel am FiBL.

Alföldi T. und Nowack, K. (2017): Biowissen. Fakten und Hintergründe zur biologischen Landwirtschaft und Verarbeitung. Hrsg. FiBL und Bio Suisse. https://www.fibl.org/de/shop/artikel/c/allg-grundlagen/p/1551-biowissen.html

Nowack, K. (2016) Entwicklung eines Kurz-Checks Nachhaltigkeit für die Bioverarbeitung (zusammen mit FiBL und SFS), http://www.bio-suisse.ch/de/nachhaltigkeitinderverarbeitung.php

Jungbluth N., Nowack K., Eggenberger S., König A. and Keller R. (2016) Untersuchungen zur umweltfreundlichen Eiweissversorgung – Pilotstudie. ESU-services GmbH für das Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern, CH.

Vorträge beim Themenmonat „Zürich isst“, zusammen mit Regula Bickel, FiBL: Labelsalat / Qualität von Bioprodukten / Verpackung. September 2015.

Vegane Ernährung: Betrachtung aus Sicht der westlichen und östlichen Ernährungslehre. Vortrag am Kurs „Vegane Ernährung – Trend oder Nachhaltige Entwicklung“, 2015 und 2016 am FiBL

Einführung und Faktenblatt bei Kochworkshops von Grueen.ch, Plattform für nachhaltige Gastronomie, 2014.

Seminar Biolebensmittel und nachhaltige Ernährung, zusammen mit FiBL, 2012, 2014, 2015, 2016

Was heisst gute Getreidequalität in der Ernährung? Verschiedene Betrachtungsweisen. Vortrag an der VELEDES/bionetz.ch-Fachtagung, Okt. 2013

Nachhaltige und gesunde Ernährung, Vortrag bei Bioterra Thun, Nov. 2013

Nowack, K. (2012): Nachhaltigkeit in der Ernährung. Bioaktuell 9/2012.

Nowack K. und H .Ramseier (2010): Rückstände – ein sensibles Thema. Bioaktuell 8/2010. http://www.bio-suisse.ch/media/VundH/Ruecksta/bioaktuell810_12-14.pdf

Nowack K. und B. Speiser (2010): Rückstände – wie sie sich vermeiden lassen. Bioaktuell 9/2010. http://www.bio-suisse.ch/media/VundH/Ruecksta/bioaktuell910_14-16.pdf

Nowack K. und B. Landau (2010): Rückstände vermeiden beim Transport und im Lager. Bioaktuell 10/2010 http://www.bio-suisse.ch/media/VundH/Ruecksta/bioaktuel1010_1415.pdf

Nowack K., J. Forster und B. Oehen (2009): Nano – Nanu? Nanotechnologie im Biolebensmitteln? Bioaktuell 8/2009.

Wyss G.S. und Nowack K. (2006): Konzept zur Beurteilung von Pestizidrückständen in Bioprodukten. BAG-Mitteilungen aus Lebensmitteluntersuchung und Hygiene. 97: 312-322.

Nowack, K. und K. Seidel (2008): Vermeiden statt entsorgen. Bioaktuell 6/2008.

Seidel, K. und K. Nowack (2008): Thema Verpackung anpacken. Bioaktuell 7/2008.

Nowack Heimgartner K., R. Bickel, E.Wyss (2003): FiBL-Dossier Nr. 3: Biolandbau und Gentechnik. So bleibt der Biolandbau gentechnikfrei. (In Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Finnisch). Hrsg. FiBL. 24 Seiten.

Nowack Heimgartner, K. , R. Bickel, R. Pushparajah Lorenzen, E. Wyss (2002): Sicherung der gentechnikfreien Produktion. Eintrittswege gentechnisch veränderter Organismen, Gegenmassnahmen und Empfehlungen. Hrsg. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Schriftenreihe Umwelt Nr. 340. 90 S.

Barth R., R. Brauner, A. Hermann, R. Hermanowski, K. Nowack,H. Schmidt, B. Tappeser (2002): Grüne Gentechnik und ökologische Landwirtschaft. Im Auftrag des Umweltbundesamtes Berlin.Auftragnehmer:Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin e.V. und Öko-Institut e.V.

Tappeser, B., C. Eckelkamp, B. Weber, F. Koechlin, T. Brunner, K. Nowack, L. Tamm, B. Vogel (1999). Zukunftsmodell Schweiz -Eine Landwirtschaft ohne Gentechnik? Basel, F. Koechlin, Blauen-Institut (Hrsg.): 118 p.

Karin Nowack
Dipl. Natw. ETH Umweltnaturwissenschafterin
Zert. Ernährungsberaterin

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