Der Begriff Nachhaltige Entwicklung wurde im bekannten Brundtland-Report 1987 geprägt. Lange befasst man sich aber vor allem mit Luftverschmutzung, Naturschutz, Waldsterben und Wasserverschmutzung. Bei der Landwirtschaft waren Pestizide und Überdüngung ein Thema.
In den 90er Jahren sprach man erstmals von nachhaltiger und gesunder Ernährung, etwa Autorinnen und Autoren des WWF-Heftes „Konsum und Umwelt“, das ich in den 90er Jahren abonniert hatte. Themen waren beispielsweise Bio- und Fair-Trade Orangensaft, Wein aus Übersee, Futtermittel und Fleischkonsum oder Gemüseauswahl im Winter (Foto).

Der Begriff Ernährungsökologie und ab 1999 nachhaltige Ernährung tauchte an Universitäten auf und erste wissenschaftliche Auslegeordnungen wurden erstellt, Vorreiter war hier im deutschsprachigen Raum Karl von Koerber. Auch in den Programmen zur Nachhaltigen Entwicklung wurde international und national der Landwirtschaft und Ernährung ein grosser Platz eingeräumt. So kam 2010 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP in seinem Bericht über die Auswirkungen unserer Lebensweise auf die Umwelt zum Schluss, dass der Anteil tierischer Lebensmittel in der Ernährung deutlich sinken müsse. Nur so kann ausreichend Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung sichergestellt werden.
Bis die Überlegungen in offizielle Ernährungsempfehlungen Eingang fanden, ging es noch eine Weile. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung publizierte die Foodprints 2014. Darin werden die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide zur gesunden Ernährung mit Tipps zur nachhaltigen Ernährung ergänzt.
Mit der am 14.11.2017 vom BLW publizierten Studie ist das Thema definitiv auch bei den Behörden angekommen. Modellierungen der Forschungsanstalt Agroscope zeigen, dass mit einer optimierten Ernährung die Umweltwirkungen gegenüber der aktuellen Situation um 50 % gesenkt werden können. Dabei müsste man weniger Fleisch und mehr pflanzliche Lebensmittel produzieren und konsumieren. Nebenbei hatten andere Autoren wie Niels Jungbluth bereits einige Jahre vorher das gleiche berechnet.
Fast zeitgleich veröffentlichte das FiBL eine Studie, die aufzeigt, dass man mit biologischer Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann, bei gleichzeitiger Minimierung der Lebensmittelabfälle und Reduktion des Fleischkonsums.


Die Geschichte ist eine kurze Übersicht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Weitere Links:
Informationen und Studien des Bundesamts für Umwelt zu Ernährung
Nationales Forschungsprogramm Nachhaltige und gesunde Ernährung NFP 69
Bayrisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Plakatausstellung und Broschüren
Erlebnismonat Zürich isst
Tipp und Infos des WWF
Viele Tipps und Infos: LoveGreen
Informationen zum Weltagrarbericht
Informationen der Albert Schweitzer Stiftung zur Welternährung
Umweltbildung Österreich, Unterrichtsmaterialien: Säulen der nachhaltigen Ernährung
Wir leben 2000 Watt – Aktionen und Tipps zur Ernährung

 

 

Karin Nowack
Dipl. Natw. ETH Umweltnaturwissenschafterin
Zert. Ernährungsberaterin

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