Vier Tage haben wir in den Ferien in einem "normalen" Supermarkt eingekauft - und hatten danach einen ganzen Kehrichtsack voll Verpackung! Auch wenn ich weiss, dass Verpackung bei den schweizweit tätigen Lebensmittelhändlern für Sicherheit, Hygiene und Warenflusstrennung nötig sind, ist es doch unglaublich viel!

Da bin ich froh, kann ich zuhause wieder im Bioladen, Unverpackt-Laden (im Bild: Brötli vom Vortrag von der Bio-Bäckerei Furter) und auf dem Markt einkaufen.

Wenn man nur schon Gemüse-, Früchte- und Getränkeverpackung vermeiden kann, macht dies schon sehr viel aus! Wichtig zu wissen ist aber: Die Verpackung macht an der Umweltbelastung des ganzes Lebenswegs eines Lebensmittels nur 2 bis 6 Prozent aus. Deshalb ist es bezüglich nachhaltiger Ernährung wichtiger, möglichst wenig Lebensmittel wegzuwerfen, möglichst viel Bio zu kaufen und wenig Fleisch zu essen. Auch haben Verpackungen einen wichtigen ökologischen und hygienischen Vorteil: sie schützen das kostbare Lebensmittel, das mit viel Aufwand gewachsen ist, gedüngt, gepflegt, geerntet, verarbeitet, gelagert und transportiert wurde.

Nichts desto trotz ist es natürlich sinnvoll, Verpackungen zu minimieren, wieder zu verwenden und möglichst umweltfreundliche Materialien zu brauchen.

Der 2017 eröffnete Unverpackt-Laden in Aarau leistet wichtige Pionierarbeit. Das Angebot wird stetig ausgebaut. Da ich selber seit 20 Jahren im Bioladen gleich gegenüber einkaufe, bietet er mir eine Ergänzung zum Beispiel für lokal hergestellte Produkte vom Töpferhaus (Teigwaren), Brot vom Vortag vom Biobäcker Furter oder Guetzli.

Im weiteren können Sie in Aarau hier mit wenig oder ohne Verpackung einkaufen bzw. Ihre Verpackungsgefässe selber mitbringen:

- Wochenmarkt am Graben, jeden Samstag 7 bis 12 Uhr

- Chornladen in der Milchgasse (seit 38 Jahren, Bioladen): offenes Gemüse, Obst, Getreide, Müeslimischung, Trockenfrüchte, Nüsse, Käse, Eier, Senf, Reinigungsmittel, im weiteren gutes und breites Biosortiment

- Gleich nebendran der Teeladen Teeblatt mit offenem Tee, in dem man seine Teesäckchen wieder auffüllen kann.

- Zum Gmüesrad: Gemüse, Käse, weitere Produkte vom Hof verpackt

- Hofladen Binzenhof: Kartoffeln, Äpfel, Baumnüsse, Milch, Eier, weitere Produkte verpackt.

- Hofladen Galegge Suhr (Biohof): Gemüse, Kartoffeln, Äpfel, Eier, Brot, weitere Produkte wie Käse, Milch, Konfitüren, Leinöl verpackt

- verschiedene Quartierläden, Bäckereien, Metzgereien

Weitere Möglichkeiten, um Plastikabfall zu verringern:

Wenig Getränke kaufen, verpackungsfreie Getränke sind Leitungswasser und Tee. Alle anderen Getränke sind Luxus (siehe Beitrag zu Ökologie von Getränken).

Wenig Fertigprodukte kaufen, diese sind in der Regel aufwändig verpackt. Ergo: Teig selber machen, Pizza selber machen, Spätzli selber machen.

Generell nur kaufen, was man braucht, eher wenig und öfter einkaufen (aber nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss/Velo), damit gleichzeitig Foodwaste verringern.

Bei Non-Food-Produkten wird viel Material gebraucht und hier kann besonders viel Plastik und weiteres Material gespart werden: langlebige Produkte kaufen, aus recyclierbaren Materialien, z.B. Wäschekorb aus Weidezweigen statt aus Plastik. Matratze aus Naturmaterialien statt aus Schaumstoff; Kleidung aus Baumwolle und Wolle statt aus Kunstfaser; Stühle aus Holz statt aus Plastik; Spielsachen aus Holz; Elektronische Geräte lange brauchen, nur kaufen was man wirklich braucht, Second-Hand-Angebote nutzen etc.

Karin Nowack
Dipl. Natw. ETH Umweltnaturwissenschafterin
Zert. Ernährungsberaterin

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